Über 1 Jahr Krisenalarm in der Musikbranche – wie ist der aktuelle Stand?

IBB Redaktion

Seit gut einem Jahr hangeln wir uns von Lockdown zu Lockdown. Die Medien berichten über den Einbruch der Wirtschaft und über finanzielle Einbüßen der einzelnen Branchen. Doch wie geht es eigentlich der Musikbranche?

Das Wort Streaming-Konzert hat in der Pandemie eine neue Bedeutung bekommen. Statt auf einem überfüllten, vollgeschwitzten Konzertgelände zu stehen, sitzen wir heute auf der Couch und schauen uns Konzerte online an. Welchen Einfluss das auf die Musikbranche hat, zeigen wir euch in diesem Beitrag.

Das Audio-Streaming boomt

Im ersten Halbjahr der Pandemie hat die Musikindustrie einen rasanten Verkauf von Audio-Streams bemerkt: Rund 20,7 Prozent ist der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Aber auch der Verkauf Vinylplatten ist in die Höhe geschossen. Die Erlöse sind im Vergleich zum Vorjahr rund 4,6 Prozent gestiegen. CD’s  wurden dahingegen weniger verkauft.

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Konzertveranstalter atmen leicht auf

Bei den Konzerten schaut es um einiges schlechter aus. Es wird mit einem Schaden von 3,6 Milliarden Euro gerechnet. Doch die Bundesregierung kommt den Konzertveranstalter entgegen. Alle seit dem 08. März gekauften Tickets müssen nicht zurückerstattet werden. Stattdessen können bis Ende 2021 gültige Gutscheine ausgegeben werden. Wird der Gutschein nicht eingelöst, muss der Wert dennoch erstattet werden. Für einige ist der Beschluss nicht ideal, aber es ist auf jeden Fall mal ein Aufatmen in einer schwierigen Zeit.

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Auch wenn das Audio-Streaming einige Gewinne mit sich bringt, geht es der Musikbranche im Allgemeinen nicht gut. Durch die Corona-Krise und die Lockdown geprägte Zeit wird in der gesamten Veranstaltungs-Branche ein Schaden von bis zu 5,1 Milliarden Euro prognostiziert, wie Jens Michow, der Chef des Bundesverband der Konzert und Veranstaltungswirtschaft im Interview mit dem MDR offenbart.

 

Zudem sei laut Michow kein Ende in Sicht, denn vollgestopfte Konzerthallen sind auch in Zukunft nicht mehr vorstellbar. Die Politiker müssten zur Kenntnis nehmen, dass es sich in der Musikwirtschaft um schnell verderbliche Waren handele, so der BDKV-Chef.

Quelle Titelbild: unsplash/  Daniel Schaffer

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