Tanzfläche mit Discokugel und bunten Lichtern

Disco lebt: Warum 2023 ein Jahr der Renaissance war

2:17 Lesezeit

Es gibt Momente in der Musikgeschichte, in denen ein Genre zurückkommt – nicht als Nostalgie, sondern als Antwort auf die Gegenwart. Disco war das Geräusch einer Befreiung. 2023 brauchen wir genau das wieder.

Das Wichtigste in Kürze

  • Beyoncés „Renaissance“, Dua Lipas „Future Nostalgia“ und Sam Smiths „Gloria“ setzen auf Disco/House
  • Streaming-Daten zeigen 40% Anstieg bei Disco-Tracks seit 2020
  • Disco war nie nur Musik – es war eine Befreiungsbewegung für LGBTQ+-Gemeinschaften und People of Color
  • Der heutige Disco-Revival unterscheidet sich durch sein politisches Bewusstsein vom Original

Was Disco wirklich war

 

Disco begann Anfang der 1970er in Schwarzen und LGBTQ+-Communities in New York. The Loft, Paradise Garage, Studio 54 – das waren keine reinen Musikclubs. Sie waren Schutzräume. In einer Zeit, in der Polizeirazzien in Schwulenbars noch legal waren, war die Dancefloor ein Ort ohne Angst.

Das erklärt, warum der Backlash so heftig war. „Disco Demolition Night“ 1979 im Comiskey Park – bei der ein Radio-DJ Disco-Schallplatten auf dem Spielfeld eines Baseballs Stadions in die Luft jagte – war kein Protest gegen schlechte Musik. Es war ein kultureller Angriff.

Beyoncé und die bewusste Genealogie

 

„Renaissance“ (2022) war kein Zufall. Beyoncé hat die Genealogie von Disco/House/Ballroom explizit dokumentiert – in den Credits, in den Interviews, in der Art, wie sie Samples von Donna Summer, Nile Rodgers und Ballroom-Pionieren verwendete. Das ist kein Revival. Das ist Geschichtsschreibung.

Für ein Mainstream-Publikum war es eine Einführung: Hier ist, wo diese Musik herkommt. Hier sind die Menschen, denen man das schuldet.

Dua Lipa und der zugängliche Einstieg

 

„Future Nostalgia“ (2020) war der zugänglichere Eintritt. Dua Lipa arbeitete mit Produzenten wie Tove Lo und Jeff Bhasker, um ein Album zu schaffen, das nach Disco klingt ohne direktes Sampling. Das Ergebnis ist Popmusik, die eine ganze Generation mit dem Genre bekannt machte.

„Levitating“ wurde der meistgestreamte Song des Jahres 2021. Das bedeutet: Disco ist 2023 keine Nische mehr.

Was der Revival anders macht

 

Der Disco-Revival 2020–2023 ist politisch bewusster als das Original-Genre es sein konnte. Künstler wie Sam Smith, Kim Petras, Villagers und MUNA nutzen die Ästhetik bewusst in Zusammenhang mit ihrer queeren Identität. Das Erbe wird nicht nur zitiert – es wird weitergetragen.

Häufig gestellte Fragen

Warum ist Disco 2023 wieder popular?

Disco erlebt ein Revival, das durch Alben wie Beyoncés „Renaissance“ und Dua Lipas „Future Nostalgia“ angetrieben wird. Streaming-Daten zeigen einen Anstieg von Disco-Streams um 40% seit 2020. Das Genre verbindet sich mit politischen Bewegungen und bietet in Krisenzeiten emotionalen Ausweg durch Tanz.

Was hat Disco mit LGBTQ+ Geschichte zu tun?

Disco entstand Anfang der 1970er in LGBTQ+- und schwarzen Communities in New York. Clubs wie Paradise Garage und The Loft waren Schutzräume in einer Zeit gesellschaftlicher Repression. Der Backlash gegen Disco 1979 hatte eine stark homophobe und rassistische Komponente.

Welche aktuellen Künstler vertreten den Disco-Revival?

Führende Vertreter des Disco-Revivals sind Beyoncé (Renaissance), Dua Lipa (Future Nostalgia), Sam Smith (Gloria), Kylie Minogue (Tension) und Carly Rae Jepsen. Im Underground-Bereich prägen Produzenten wie Honey Dijon und Peggy Gou den Sound.

 

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Quelle Titelbild: Pexels / Engin Akyurt



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