22 Apr. The Strokes 2026: Reality Awaits und Weltour nach Coachella
Coachella Weekend 2 ist gerade vorbei, und The Strokes haben am 20. April 2026 das zweite Detail ihrer größten Ankündigung seit sechs Jahren bestätigt: Ein neues Album und eine 37-Date-Weltour. Reality Awaits erscheint am 26. Juni über Cult Records und RCA, produziert hat Rick Rubin. Es ist das erste The-Strokes-Album seit The New Abnormal (2020). Die zugehörige Tour startet am 12. Juni beim Bonnaroo Festival, läuft bis Oktober und bringt die Band auf drei Kontinente. Quellen: NME, Rolling Stone, Billboard.
Warum dieses Album mehr ist als ein Comeback
The Strokes haben seit Is This It (2001) die Rolle des Schöpfers der 2000er-Indie-Welle. Nach The New Abnormal 2020 war lange offen, ob sie nochmal ein Album machen würden. Dass sie jetzt mit Rick Rubin arbeiten und in Costa Rica aufgenommen haben, ist eine inhaltliche Ansage. Rubin geht mit Bands nicht ins Studio, um sie zu polieren. Er reduziert.
Die Strokes-Ankündigung fällt in einen Moment, in dem Gitarrenmusik wieder sichtbarer wird – nach Jahren des Hip-Hop- und Pop-Übergewichts in den Charts. Dass Cage The Elephant und Hamilton Leithauser als Support gesetzt sind, ist kein Zufall: Das sind Bands, die ähnliche Referenz-Wellen bespielen. Auch wenn man das Jahr als Hip-Hop-Jahr mit Kendrick Lamar an der Spitze einordnen muss, zeigt die Strokes-Weltour, dass 2026 mehrere Genres parallel groß werden können.

Die Tour-Daten: Was 37 Shows über das Konzept verraten
Die angekündigten Stopps lesen sich wie eine Tour-Strategie, die auf Qualität vor Masse setzt. Chicago United Center am 17. Juni, Nashville Ruoff Music Center am 15. Juli, zwei Nächte am Red Rocks Amphitheatre am 22. und 23. Juli, London O2 Arena in doppelter Besetzung. Dazwischen Festival-Slots bei Shaky Knees Atlanta, Just Like Heaven in Pasadena und Outside Lands San Francisco.
Der Punkt: The Strokes hätten 80 Dates machen können, die Nachfrage würde es hergeben. 37 ist die bewusste Entscheidung, nicht jede Stadt abzuklappern. Für Fans heißt das, dass Tickets teuer werden – Stubhub- und Ticketmaster-Preise lagen am ersten Pre-Sale-Tag bei durchschnittlich 180 Euro auf dem Zweitmarkt, Red-Rocks-Shows waren in neun Minuten ausverkauft. Ähnliches Muster wie bei den Grammy-Nominees 2026, wo die wirtschaftlich stärksten Acts auch die knappsten Tickets hatten.
Was die Coachella-Performances schon jetzt verraten haben
An beiden Coachella-Wochenenden haben The Strokes drei bisher unveröffentlichte Tracks gespielt. Das ist redaktionell bestätigt, aber noch nicht als Tracklisting auf dem Album zu lesen. Fan-Mitschnitte zeigen einen rohen, fast Garage-orientierten Sound, der weit weg ist vom Synth-Pop-Flavour von The New Abnormal. Julian Casablancas sang teilweise ohne Effekte, die Band hielt Tempo und Energie durch.
Wenn Reality Awaits ungefähr so klingt, wie die Coachella-Shows andeuten, wäre das die unerwartetste Strokes-Platte seit Room on Fire. Die Vergleiche zu Is This It werden unvermeidlich sein – aber die Band selbst hat in Interviews klargestellt, dass Rubin genau diese Nostalgie-Falle vermeiden wollte. Für alle, die Coachella-Feeling 2026 nachholen wollen, lohnt der Rückblick auf das Coachella-Jahr 2022 mit Billie Eilish als Headlinerin als Vergleichsgröße.
Reality Awaits ist weniger Comeback, mehr Rückkehr mit klarer Richtung. Rubin plus Costa Rica plus 37 Dates statt 80 plus die Coachella-Andeutungen – The Strokes wissen, was sie tun. Die eigentliche Frage ist, ob Reality Awaits das nächste große Indie-Rock-Album 2026 wird. Die Zeichen stehen dafür.
Stand: 22. April 2026
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Titelbild: Pexels / Kelly