Gaming-Setup mit Controller und buntem Bildschirm – Racing-Game Soundtrack

Racing-Games: Die besten Soundtracks aller Zeiten

▶ 4:06 Lesezeit

Jeder, der einmal Gran Turismo gespielt hat – vielleicht mit Dolby Atmos auf den Ohren -, kennt das Gefühl: Man startet das Spiel, der Startbildschirm lädt – und plötzlich läuft da dieser unfassbar coole Jazz-Track, von dem man noch nie gehört hat, den man aber sofort shazamen will. Racing-Games haben eine Tradition, die in der Gaming-Welt einzigartig ist: Ihre Soundtracks sind oft besser kuratiert als die Playlists der meisten Streaming-Dienste.

DROP

  • Gran Turismo: Der Pionier mit Jazz, Electronica und Tracks die niemand kannte
  • Need for Speed Underground: Hip-Hop und Rock als Tuning-Soundtrack seit 2003
  • Forza Horizon 5: Über 150 Songs auf sechs Radiosendern
  • Wipeout + Burnout: Techno und Punk bei 500 km/h

Gran Turismo: Der Jazz-Connoisseur unter den Rennspielen

 

Kazunori Yamauchi, der Schöpfer von Gran Turismo, ist bekannt für seinen exquisiten Musikgeschmack. Seit dem ersten Teil 1997 setzt die Reihe auf eine Mischung, die es so nirgendwo anders gibt: Smooth Jazz trifft auf elektronische Ambient-Flächen trifft auf Orchestrales. Die Menümusik von GT ist für eine ganze Generation zum Synonym für entspanntes, fokussiertes Fahren geworden.

Besonders herausragend:

(2004) mit Tracks von The Crystal Method, Junkie XL und einer Auswahl an japanischem Jazz, die westliche Hörer nie entdeckt hätten. Und Gran Turismo Sport (2017), das mit klassischer Musik und minimalistischem Electronica den vielleicht elegantesten Soundtrack der Serie lieferte.

Der 2023er Film Gran Turismo von Neill Blomkamp brachte diese Tradition auf die Leinwand – und erzählte nebenbei die wahre Geschichte von Jann Mardenborough, der es vom PlayStation-Spieler zum echten Rennfahrer bei den 24 Stunden von Le Mans schaffte. Der Soundtrack des Films, zwischen Orchestralem und Electronica, spiegelt die Dualität perfekt wider.

Need for Speed: Underground Sound seit 2003

 

Wenn Gran Turismo der Gentleman ist, dann ist Need for Speed der Rebell. Die Reihe hat sich seit NFS Underground (2003) als Plattform für aggressiven Rap, Drum’n’Bass und Alternative Rock positioniert.

Der Soundtrack von Underground ist legendär: Lil Jon mit Get Low, Rob Zombie mit Two Lane Blacktop, The Crystal Method mit Born Too Slow. Diese Songs sind so eng mit dem Spiel verknüpft, dass viele Spieler sie bis heute nicht hören können, ohne sofort an Neon-beleuchtete Straßenrennen zu denken.

Need for Speed: Most Wanted (2005) ging noch einen Schritt weiter und mixte Disturbed, Mastodon und Bullet for My Valentine – ein Soundtrack, der das Spiel zu einer der prägenden Jugenderinnerungen der 2000er-Generation machte.

Gamer mit Controller im Neon-Licht

Racing-Games und Musik: Eine Verbindung die seit 20 Jahren funktioniert. Pexels / Artem Podrez

5
Spiele-Serien
150+
Songs (Forza H5)
20+ Jahre
Soundtrack-Kultur

Forza Horizon: Die Spotify-Playlist, die es zuerst gab

 

Forza Horizon verfolgt einen anderen Ansatz: fiktive Radiosender mit kuratierten Playlists, die sich nach Genre sortieren lassen. Horizon Bass Arena für Electronic, Horizon Pulse für Pop, Horizon XS für Alternative Rock.

Das Geniale daran: Microsoft nutzt die Plattform gezielt, um Indie-Künstler einem Millionenpublikum vorzustellen. Forza Horizon 4 (2018) brachte Tracks von CHVRCHES, Jungle und Metronomy in die Wohnzimmer von Spielern, die diese Bands sonst nie entdeckt hätten. Forza Horizon 5 (2021) setzte mit einem Mexico-Setting auf lateinamerikanische Künstler und erweiterte damit den musikalischen Horizont der Serie buchstäblich über Kontinente hinweg.

Der Effekt ist messbar: Mehrere Indie-Bands haben öffentlich bestätigt, dass ihre Streams nach einer Forza-Platzierung um 200-400% gestiegen sind. Forza Horizon ist damit einer der effektivsten Musik-Entdeckungsdienste der Welt – und er tarnt sich als Rennspiel.

„Racing-Games haben Musik demokratisiert. Sie haben Millionen Menschen Genres vorgestellt, die sie sonst nie gehört hätten.“

Burnout Paradise: Der Punk unter den Rennspielen

 

Burnout Paradise (2008) verdient eine eigene Erwähnung. Der Soundtrack ist eine Liebeserklärung an den Punk: Guns N‘ Roses mit Paradise City als Titeltrack, dazu Avril Lavigne, Killswitch Engage und Saosin. Das Spiel war der Beweis, dass ein Rennspiel-Soundtrack nicht sophistiziert sein muss – er muss nur genau zur Stimmung passen. Und die Stimmung bei Burnout war: alles kaputtfahren, dabei grinsen.

Wipeout: Techno mit 500 km/h

 

Kein Überblick über Racing-Soundtracks wäre komplett ohne Wipeout. Die PlayStation-Reihe (1995-2017) war die Blaupause für die Verbindung von Electronic Music und Geschwindigkeit. The Chemical Brothers, The Prodigy, Underworld, Fluke – das Label-Lineup liest sich wie das Best-of der 90er-Rave-Szene.

Wipeout hat eine ganze Generation für Electronic Music begeistert. Wer als Teenager im Jahr 1997 zum ersten Mal Firestarter von The Prodigy gehört hat, hat das mit großer Wahrscheinlichkeit über Wipeout 2097 getan.

Warum sind Racing-Soundtracks so gut?

 

Die Antwort liegt in der Natur des Genres. Rennspiele haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber anderen Games: Die Musik konkurriert nicht mit Dialog oder Story-Elementen. Sie hat Raum. Und dieser Raum wird von den Sound-Teams mit einer Sorgfalt gefüllt, die man sonst nur von Film-Soundtracks kennt.

Dazu kommt der Wiederholungseffekt. Rennspiele werden über Hunderte Stunden gespielt – die gleichen Strecken, die gleichen Menüs. Die Musik muss also zwei Dinge gleichzeitig schaffen: sofort packen und trotzdem nach dem 200. Hören nicht nerven. Das ist eine Kunst, die nur wenige Genres meistern.

Und vielleicht der wichtigste Punkt: Geschwindigkeit und Musik gehören zusammen. Das wissen die Entwickler. Das wissen die Kuratoren. Und deshalb investieren Studios wie Polyphony Digital (Gran Turismo), Criterion (Burnout) und Playground Games (Forza Horizon) teilweise Jahre in die perfekte Playlist.

Empfehlungen: Die 5 Soundtracks zum Starten

 

1. Gran Turismo 4 – für Jazz- und Electronica-Fans
2. Need for Speed: Underground – für Rap- und Rock-Fans
3. Forza Horizon 4 – für Indie- und Pop-Fans
4. Wipeout 2097 – für Techno- und Rave-Fans
5. Burnout Paradise – für Punk- und Alternative-Fans

Alle Soundtracks sind auf Spotify als Playlists verfügbar – zusammengestellt von den jeweiligen Communities. Und wer nach dem Hören Lust bekommt, mal einen echten Rennwagen auf der Strecke zu erleben: Die 24 Stunden von Le Mans sind auch musikalisch ein Erlebnis.

Q&A nach der Show

Klick auf eine Frage.

Welches Racing-Game hat den besten Soundtrack?
Gran Turismo für Vielfalt und Entdeckung, Need for Speed Underground für den Zeitgeist, Forza Horizon für Quantität und Qualität. Burnout Paradise für Punk-Energie.
Kann man Racing-Game-Soundtracks auf Spotify hören?
Ja, die meisten lizenzierten Tracks sind auf Spotify verfügbar. Suche nach „Gran Turismo Soundtrack“ oder „Forza Horizon 5 Playlist“ für kuratierte Sammlungen.
Warum haben Racing-Games bessere Soundtracks als andere Spiele?
Weil Musik und Geschwindigkeit eine natürliche Verbindung haben. Racing-Games brauchen keine Dialoge oder Story-Musik. Sie brauchen Energie, Rhythmus und Vibe. Das gibt Musik-Supervisors maximale Freiheit.

Titelbild: Pexels

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