23 Apr. Album-Friday 24. April 2026: Kehlani, Jordan Rakei und Foo Fighters drei Releases, drei Welten
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Heute, 24. April 2026, veröffentlichen drei Artists Alben, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Kehlani liefert ihr fünftes Studioalbum auf Atlantic Records und feiert gleichzeitig ihren 31. Geburtstag. Jordan Rakei lässt die Abbey-Road-Sessions raus, die er als Artist in Residence mit Nubya Garcia, FKJ und Jungle aufgenommen hat. Und Foo Fighters kippen mit „Your Favorite Toy“ ein neues Album ins Rock-Jahr.
Kehlani: Self-Titled auf Atlantic
Das fünfte Studioalbum der Oaklander R&B-Sängerin trägt ihren Namen. Kein Metakonzept, kein Titel-Statement, sondern eine Ansage: nach „It Was Good Until It Wasn’t“ (2020), „Blue Water Road“ (2022) und „Crash“ (2024) ist das hier Kehlani ungefiltert. Die Features-Liste liest sich wie ein R&B-Stammbaum, der von den 90er-Jahren (Missy Elliott, Brandy, Usher) über den 2000er-Hip-Hop (Lil Wayne, Lil Jon, Big Sean) bis in die aktuelle Ära (T-Pain, Clipse, Leon Thomas) reicht. Cardi B liefert den Rap-Part, der das Album Mainstream-fähig hält.
Der Release-Tag ist absichtlich gewählt: Kehlani wird heute 31 Jahre alt. Atlantic hat den 24. April als Signal-Datum ausgerufen – volle Label-Backing, volle Medien-Rotation. Wer in den letzten drei Jahren zwischen Ariana Grande, SZA und Jorja Smith verloren gegangen ist, bekommt hier den R&B-Fokus zurück, den die Szene 2024 in der Flut an TikTok-getriebenen Kurzformaten vermisst hat.
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Features-Artists auf Kehlanis selbstbetiteltem Album – von Missy Elliott bis Cardi B
Jordan Rakei: Between Us – Abbey Road als Studio-Philosophie
Jordan Rakei war 2025 Artist in Residence in den Abbey Road Studios. Diese Residency hat er nicht für ein Solo-Album genutzt, sondern für fünf Kollaborationen. Ein Track pro Tag, ein Gast pro Session, keine wochenlangen Overdubs. Das Ergebnis heißt „Between Us“ und ist eine EP, kein Album – fünf Tracks, kompakt, mit einem Gewicht, das viele überlange Veröffentlichungen 2026 vermissen lassen.
„Each collaborator came in for one intense day of writing. No preparation, no pre-production. Just two people in a room with the best microphones in the world.“– Jordan Rakei, im Interview mit The Line of Best Fit, Februar 2026
Die Tracklist: „What It Gave Me“ mit Jalen Ngonda, „Easy To Love“ mit Tom McFarland (Jungle), „It Never Ends“ mit Femi Koleoso (Ezra Collective), „Problems“ mit FKJ und „Monsters“ mit Nubya Garcia. Wer in den letzten Jahren den Soul-Jazz-Sound zwischen London und Melbourne verfolgt hat – Ezra Collective, Jungle, Nubya Garcias eigene Alben – hat hier die Synthese. Der Release läuft über Fontana, Rakeis neues Label-Zuhause nach dem Wechsel von Ninja Tune.
Foo Fighters: Continuity-Rock nach dem schwierigen Jahr
Das dreizehnte Foo-Fighters-Studioalbum „Your Favorite Toy“ landet in einer Phase, in der die Band längst erwachsen geworden ist. Nach dem Tod von Taylor Hawkins (2022) hatte Dave Grohl „But Here We Are“ (2023) als Verarbeitung veröffentlicht. Die Saison 2024 und 2025 gehörten Tourneen. Josh Freese verlässt die Band Ende 2025, Neuer Drummer für das Album ist einer der Namen, die Grohl auf den Tribute-Shows bereits rekrutiert hatte. „Your Favorite Toy“ markiert keinen radikalen Kurswechsel – es ist Foo-Fighters-Rock im Reinzustand. Riffs, Hooks, Grohls Stimme, produziert wie immer mit Greg Kurstin.
Wer von der Band keine musikalische Überraschung mehr erwartet, wird auch hier nicht überrascht. Was das Album liefert, ist etwas anderes: Kontinuität. In einer Zeit, in der Rock-Bands alle zwei Wochen auflösen, sich reunion-mäßig wiederfinden oder Dokus über ihre Krisen veröffentlichen, spielen die Foo Fighters einfach weiter. Für das Rock-Segment von IBB ist das ein Signal: Der Rock lebt nicht mehr vom Event, sondern vom Werk. Parallelen zur Drum-and-Bass-Community, die ihr eigenes Revival gerade aus genau dieser Kontinuität baut.
Drei Genres, drei Sound-Welten – aber ein Album-Friday
R&B-Maximalismus, Soul-Jazz-Kollaboration, Rock-Kontinuität. Drei Releases, die in Streaming-Playlists eigentlich nie zusammentreffen. Aber genau darum ist der Album-Friday als Format noch relevant. Er zwingt Hörer, über Algorithmus-Grenzen zu gehen. Wer Kehlani streamt, landet selten bei Jordan Rakei. Wer Foo Fighters hört, kommt selten zu Nubya Garcia. Am 24. April 2026 haben alle drei die gleiche Sichtbarkeit – und das ist das letzte Stück Musikkultur, das Playlist-Algorithmen nicht kaputt bekommen haben.
Die Charts-Prognose für kommende Woche läuft über die DACH-Streaming-Zahlen am Sonntagabend. Album-of-the-Year-User-Ratings starten am Samstag, Pitchfork-Reviews typischerweise Montag oder Dienstag. Wer ein Review-Wochenende machen will, hat heute Abend die Grundlage. Mehr zur aktuellen Label-Ökonomie und wie Indie-Künstler am Releasing-Day wirklich verdienen, haben wir in unserem Bandcamp-Friday-Artikel aufgeschlüsselt.
Q&A nach der Show
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Quelle Titelbild: Pexels / Miguel Á. Padriñán