Music-Industry Q1 2026: Universal, Warner und Sony legen Zahlen vor

Music-Industry Q1 2026: Universal, Warner und Sony legen Zahlen vor

4:46 Lesezeit

Die Earnings-Saison der großen Major-Labels läuft. Warner Music und Sony haben ihre aktuellen Quartalszahlen bereits vorgelegt, Universal Music Group meldet am 5. Mai. Das Bild vor dem UMG-Termin: Streaming-Wachstum hält, aber die Dynamik verschiebt sich.

26.04.2026

 

DROP

  • Warner Music hat am 5. Februar für das Fiscal-Quartal bis 31. Dezember 2025 rund 1,84 Milliarden US-Dollar Umsatz gemeldet. Recorded-Music-Streaming-Subscriptions legten laut Unternehmen um 10,9 Prozent zu.
  • Sony Music kam im gleichen Fiscal-Fenster erstmals auf über 3 Milliarden US-Dollar Quartalsumsatz aus Recorded Music und Publishing zusammen.
  • Universal Music Group meldet Q1-2026-Zahlen am 5. Mai. Der Konzern hat für das Gesamtjahr 2025 einen Umsatz von 3,605 Milliarden Euro berichtet, ein Plus von 4,8 Prozent gegenüber 2024.
  • Streaming-Abo-Wachstum bleibt die tragende Säule. Physisches Geschäft läuft stabil, Vinyl als Erlösposten hat den Boom-Zenit laut Branchenberichten überschritten.
  • Die Preiserhöhungen bei Spotify, Apple Music und YouTube Music schlagen jetzt in die Labeleinnahmen durch – bei gleicher Abonnentenzahl.

 

Warner Music: Stabiles Wachstum, harte Zahlen

 

Warner Music Group hat den 5. Februar als Release-Termin für Fiscal Q1 2026 gewählt, das entspricht dem Kalenderquartal Oktober bis Dezember 2025. Der Umsatz stieg auf 1,84 Milliarden US-Dollar. Der Treiber ist klar benannt: Recorded-Music-Streaming-Subscriptions wuchsen laut Unternehmen um 10,9 Prozent im Jahresvergleich. Das ist deutlich über der Rate, die WMG für das Vorjahresquartal ausgewiesen hatte. Die Preiserhöhungen der großen Streaming-Plattformen aus dem Jahr 2025 sind vollständig in der Zahl drin.

Was weniger Publicity bekommt: Die physische Sparte stagniert. Vinyl bleibt für Labels relevant, aber das Wachstum ist ausgebremst. Im Publishing-Geschäft liefert WMG eine andere Dynamik – Sync-Deals und Catalogue-Lizenzen sind das stille Geld im Hintergrund. Die Aktie reagierte auf den Report gemischt, Analysten bewerteten vor allem die Guidance für die nächsten zwei Quartale zurückhaltend.

 

+10,9 %

Wachstum Recorded-Music-Streaming-Subscriptions bei Warner Music, fiscal Q1 2026 YoY

 

Sony Music: 3 Milliarden in einem Quartal

 

Sony Group hat am selben Tag geliefert. Die globale Musik-Rechte-Sparte (Recorded Music plus Publishing) hat erstmals über 3 Milliarden US-Dollar in einem einzigen Quartal erwirtschaftet – ein historischer Wert. Innerhalb der drei Majors ist Sony Music der stillste Riese: keine spektakulären Catalogue-Deals in den letzten Monaten, keine großen CEO-Wechsel. Stattdessen konsequentes Ausrollen der Streaming-Pipeline.

Spannend wird, wie Sony den Publishing-Anteil kommuniziert. Publishing ist die margenstärkere Disziplin – jede Sync-Lizenz in einer Netflix-Serie, jeder Hit in einer Werbekampagne, jeder Cover-Song zahlt auf den Publisher ein. Dass diese Sparte so stark mitträgt, verschiebt das Narrativ. Die klassische Frage „Wer verkauft die meiste Musik?“ wird 2026 zunehmend von „Wer kassiert am häufigsten“ abgelöst. Eine Entwicklung, die Indie-Artists schon länger kennen – und die die Majors jetzt massiv skalieren.

 

Publishing und Catalogue sind heute die ruhigen Gewinne der Musikindustrie. Streaming-Wachstum ist die Schlagzeile, aber die Marge entsteht bei den Rechten, die schon vor 20 Jahren geschrieben wurden.
– Sinngemäß nach aktuellen Marktkommentaren zur Major-Earnings-Saison

 

Universal Music: Der UMG-Termin am 5. Mai

 

Universal Music Group meldet das Q1 2026 erst am 5. Mai. Die Erwartungen sind nach dem Gesamtjahr-2025-Report gedämpft-optimistisch. UMG hatte für 2025 einen Konzernumsatz von 3,605 Milliarden Euro gemeldet – plus 4,8 Prozent gegenüber 2024 oder plus 10,6 Prozent währungsbereinigt. Das Streaming-Wachstum lag für das Gesamtjahr bei 3,2 Prozent (währungsbereinigt 9,3 Prozent).

Die Zahl, auf die Analysten und Label-Branche gleichermaßen schauen: Wie schnell wächst das Subscription-Segment im Kalenderquartal Q1 2026? Wenn UMG auf WMG-Niveau liefert – plus 10 Prozent und mehr – ist das der Beleg, dass die Preiserhöhungen der Streaming-Anbieter strukturell durchschlagen, nicht nur einmalig. Wenn das Wachstum unter 5 Prozent landet, wird die Diskussion um das Ende der Streaming-Ära laut. Dazwischen: die realistischste Spanne, mit klarer Drift nach oben.

Für die Szene interessant ist der Publishing-Take-Rate: Wie viel von den 3,6 Milliarden Euro kommt aus Recorded, wie viel aus Publishing? Der Taylor-Swift-Deal, der strategische Wert von Catalogue-Käufen wie Queen oder Pink Floyd, die Weiterentwicklung des Synch-Geschäfts – all das entscheidet, ob UMG die nächste Phase der Musikindustrie definiert oder folgt. Der 5. Mai liefert den ersten harten Datenpunkt.

 

PLAYLIST

Q&A nach der Show

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Wann veröffentlicht UMG die Q1-2026-Zahlen?
Am 5. Mai 2026. Universal Music Group folgt damit Warner und Sony, die ihre Fiscal-Q1-Zahlen (Kalenderquartal Oktober bis Dezember 2025) bereits am 5. Februar gemeldet haben. UMG rechnet das Kalenderjahr als Fiscal Year ab.
Warum wachsen Streaming-Einnahmen trotz gleicher Abonnentenzahl?
Spotify, Apple Music und YouTube Music haben 2025 ihre Preise erhöht. Die höheren ARPU-Werte (Average Revenue per User) schlagen mit Verzögerung in die Label-Abrechnungen durch. Warner Music meldet für das aktuelle Quartal plus 10,9 Prozent bei Recorded-Music-Streaming-Subscriptions trotz moderaten Abo-Wachstums.
Ist Vinyl für die Labels noch relevant?
Ja, aber das zweistellige Wachstum der Vorjahre ist vorbei. Vinyl bleibt ein stabiler Umsatzbringer vor allem für Catalogue und Deluxe-Editionen, liefert aber nicht mehr die Wachstumsstory der Major-Reports. Das Gewicht liegt wieder voll auf Streaming und Publishing.
Was bedeutet das für unabhängige Artists?
Die Pro-Stream-Auszahlungen ziehen leicht mit, weil der Auszahlungs-Pool wächst. Der strukturelle Nachteil bleibt: Der Pool wird pro rata verteilt, nach Marktanteil. Solange Majors 70 Prozent des Marktes halten, sehen Indies die Preiserhöhungen nur im homöopathischen Rahmen.

 

Quelle Titelbild: Pexels / Francesco Paggiaro

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