27 Mai Madison Beer ‚Locket Tour’: Was die Setlist verrät
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Madrid hat am Sonntag eine Setlist gesehen, die mehr Tagebuch war als Konzert. Madison Beer steht mit 27 Jahren auf ihrer vierten Tour, das Locket-Album im Rücken, 32 Shows auf dem Plan, und die Songs, die sie gerade jeden Abend spielt, fühlen sich anders an als alles, was vorher kam. Wer die Tour-Liste der letzten sechs Jahre vergleicht, sieht eine Künstlerin, die nicht mehr aufholt, sondern abrechnet. Was das für ihre Pop-Reise bedeutet und welche DACH-Termine im Sommer dazukommen.
- ▸ 32 Shows, Tour-Start am 11.05. in Kraków. Locket Tour endet am 13.07. in New York. Aktuell läuft der Europa-Leg.
- ▸ angel wings live zum ersten Mal. Die Premiere war in Kraków, Madrid und London ziehen nach. Der Song stand zwei Jahre nur auf Studio-Files.
- ▸ Über zwanzig Songs pro Show. Setlist mischt Locket-Material mit Selfish, Reckless und Make You Mine als Anker fürs Older-Fan-Lager.
- ▸ Drei Opener im Wechsel. Isabel LaRosa, Thủy, Lulu Simon. Ein deutliches Statement Richtung Genre-Spread.
- ▸ DACH-Stops kommen im Juni. Berlin und Köln stehen als Europa-Termine, Wien folgt im Herbst-Leg über Live Nation.
Vier Touren in sechs Jahren – und was sich diesmal anders anfühlt
Madison Beer ist eine der seltenen Pop-Stars, die nicht über Talent-Shows reinkamen, sondern über Justin Biebers Twitter-Empfehlung 2012. Sie war damals dreizehn. Was danach kam, war ein ungewöhnlich langer Anlauf zur ersten richtigen Album-Phase: Singles ab 2017, der Mini-Karriere-Boost über Dead 2018, das verspätete Debüt-Album Life Support 2021. Erst mit Silence Between Songs 2023 stieg sie in die zweite Liga der Pop-Tour-Stars auf.
Locket ist ihr drittes Studio-Album, im Februar 2026 erschienen. Die Locket Tour ist die vierte, und sie trägt zwei sichtbare Schichten: eine, in der sie immer noch die Singer-Songwriterin spielt, die im Schlafzimmer am Klavier sitzt und unaufgeregte Songs schreibt; eine zweite, in der sie zum ersten Mal selbstverständlich Arena-Format hat, ohne dass die Bühne sie auffrisst. Kraków am 11.05. war Tag eins, Madrid am 24.05. war Tag elf. Die Setlist, die zwischen diesen Punkten gewachsen ist, ist die ehrlichste Selbstauskunft, die sie bisher live abgegeben hat.
Was sich anders anfühlt: Sie lässt Songs stehen. Früher waren Beer-Shows ein Marathon aus Hits, jetzt sind sie ein Setlist-Lesebuch. Selfish kommt im Mittelteil, nicht als Encore-Knaller. Reckless läuft langsamer als auf Platte. Und angel wings, das sie zwei Jahre nicht live gespielt hat, ist jetzt der Moment, in dem die Show stillsteht.
Was die Setlist gerade über Pop-Selbstbild verrät
Wer Madrid-Reviews liest, sieht eine wiederkehrende Beobachtung: Beer wirkt zum ersten Mal nicht wie eine, die sich beweisen muss. Das ist nach 13 Jahren Karriere kein selbstverständlicher Zustand für eine Pop-Sängerin, die ihren ersten Viral-Moment mit dreizehn hatte. Die Setlist-Reihenfolge tut, was die Studio-Production allein nicht könnte: sie ordnet die Karriere chronologisch, nicht nach Chart-Position.
Vier Touren, vier Lieblings-Statements
Die Wahl der drei Opener ist Teil des Statements. Isabel LaRosa ist die jüngere, dunklere Beer-Version, die gerade selbst Pop-Status erreicht. Thủy bringt R&B-Anteil rein, der in Beers eigenem Set fehlt. Lulu Simon kommt aus der Songwriting-Camp-Welt von Tate McRae und Sabrina Carpenter. Drei Acts, die zusammen ein Genre-Spektrum aufmachen, das Beer für sich allein nicht abdecken muss. Wer sich diese Auswahl ansieht, sieht eine Kuratorin, nicht nur eine Headlinerin.
Das ist die interessanteste Verschiebung der Tour: Madison Beer arbeitet zum ersten Mal sichtbar als Tour-Architektin, nicht nur als Sängerin, die ihre eigenen Songs vorträgt. Was vorher von Management oder Label gemacht wurde, sieht jetzt aus wie ihre Entscheidung. Locket selbst ist ein Album mit kurzen Tracks und intimen Texten, die im Live-Format eigentlich nicht funktionieren sollten. Auf der Tour funktionieren sie, weil das Drumherum (Lights, Pacing, Opener-Wahl) den Songs die Bühne baut, die sie brauchen.
Wann Madison Beer Locket in DACH-Städten spielt
Die Tour hat eine ungewöhnlich klare Europa-Aufteilung: erst Polen, Spanien, UK, dann Mitteleuropa, dann USA. Für DACH-Fans heißt das, dass die Termine für Berlin, Köln und Wien zwischen Mitte Juni und Anfang Juli liegen, je nach Stadt. Ticket-Restbestände laufen über Live Nation und Eventim. Beer-Tours sind typischerweise binnen Tagen ausverkauft, die DACH-Dates wurden bei den ersten Vorverkaufs-Tagen Anfang März innerhalb von Stunden geleert.
Wer noch ein Ticket sucht, hat zwei realistische Wege: Resell-Plattformen mit ehrlichen Preisen wie Twickets oder fanSale, oder Last-Minute am Veranstaltungstag direkt am Venue, wo immer wieder einzelne Karten von Promotern oder Fan-Cancellations zurückkommen. Scalper-Plattformen mit 3x-Aufpreis sind bei einer Tour wie dieser, in der die Show vom Pacing lebt und nicht von einer einzelnen Pyrotechnik-Inszenierung, das schlechtere Geschäft. Du kommst rein, du bist begeistert, du hast 250 Euro für ein 80-Euro-Ticket bezahlt. Das passt nicht zum Show-Charakter.
Ein anderer Weg ist die Tour-Doku, die bei Beer-Touren üblich ist. Silence Between Songs hatte eine YouTube-Doku-Reihe mit eigenen Live-Mitschnitten. Wenn das Muster bleibt, kommt eine vergleichbare Doku zur Locket Tour im September oder Oktober. Wer die DACH-Termine verpasst, sieht die Show dort in editierter Form.
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