06 Juli Foreign Tongues: Stones-Comeback mit Charlie Watts
4:30 Lesezeit
Die Rolling Stones veröffentlichen am 10. Juli ihr 25. Studioalbum „Foreign Tongues“, das erste seit „Hackney Diamonds“ von 2023. Der eigentliche Gänsehaut-Moment steht auf Track acht: „Hit Me in the Head“ trägt echtes Schlagzeug von Charlie Watts, aufgenommen in einer seiner letzten Sessions vor seinem Tod 2021. Diese Woche enthüllte die Band die 14 Songs, produziert von Andrew Watt, mit Gästen von Paul McCartney bis Robert Smith. Kein KI-Trick, kein nachgebauter Sound. Ein realer Take eines Mannes, der seit vier Jahren nicht mehr da ist.
DROP
- ▸Release am 10. Juli: „Foreign Tongues“ ist das 25. Studioalbum der Rolling Stones, produziert von Andrew Watt, 14 Tracks.
- ▸Charlie Watts posthum: Der 2021 verstorbene Schlagzeuger spielt auf „Hit Me in the Head“ – eine seiner letzten aufgenommenen Sessions.
- ▸Prominente Gästeliste: Paul McCartney, Robert Smith von The Cure, Steve Winwood und Chad Smith von den Red Hot Chili Peppers wirken mit.
- ▸Amy-Winehouse-Cover: Auf der Tracklist steht „You Know I’m No Good“, eine Interpretation des Winehouse-Klassikers.
- ▸Titel als Konzept: Die Band enthüllte die Tracklist in verschiedenen Sprachen – daher der Name „Foreign Tongues“.
Andrew Watt, der Flüsterer der Rock-Legenden
Hinter „Foreign Tongues“ steht ein Produzent, der sich in den letzten Jahren einen ungewöhnlichen Ruf erarbeitet hat: Andrew Watt ist zum Go-To-Mann für Rock-Ikonen im Spätwerk geworden. Ozzy Osbourne, Iggy Pop, Pearl Jam, die Rolling Stones bei „Hackney Diamonds“ – Watt schafft es, alte Helden nicht wie Museumsstücke klingen zu lassen, sondern lebendig. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Viele Spätwerke großer Bands scheitern genau daran, dass sie entweder zu glatt oder zu bemüht jung klingen.
Dass die Stones ihn nach „Hackney Diamonds“ erneut ans Pult holen, ist eine klare Ansage. Das Album, das damals in mehr als 20 Ländern auf Platz eins landete, hat den Beweis geliefert: Die Formel funktioniert. Watt kennt den Trick, die Reibung im Sound zu lassen, statt sie wegzupolieren. Genau das trennt einen guten Legenden-Reboot von einer peinlichen.
Polydor / Universal
Ein echter Take statt einer KI-Spur
Der bewegendste Aspekt des Albums ist kein Marketing-Gag. Charlie Watts, das rhythmische Rückgrat der Band über mehr als 50 Jahre, ist auf „Hit Me in the Head“ zu hören – mit Aufnahmen, die vor seinem Tod im August 2021 entstanden. In einer Zeit, in der Plattenfirmen verstorbene Stimmen per KI wiederauferstehen lassen, ist das eine bewusste Gegenentscheidung. Die Stones nutzen keinen synthetischen Watts. Sie nutzen den echten.
Produktionstechnisch ist das anspruchsvoller, als es klingt. Ein vorhandener Drum-Take gibt Tempo, Feel und Dynamik vor, um die herum der Rest des Songs gebaut werden muss. Man kann Watts nicht bitten, die Bridge nochmal anders zu spielen. Der Track muss sich seinem Schlagzeug fügen, nicht umgekehrt. Wer verstehen will, warum echte menschliche Spuren in Zeiten von generativer Musik wieder an Wert gewinnen, findet in dieser Entscheidung ein starkes Argument. Die Debatte um Authentizität und physische Formate läuft in dieselbe Richtung.
Was die Gästeliste über den Sound verrät
Ein Blick auf die Mitwirkenden sagt mehr über das Album als jedes Presse-Statement. Paul McCartney, Robert Smith von The Cure, Steve Winwood und Chad Smith von den Red Hot Chili Peppers stehen auf der Liste – eine Mischung aus Zeitgenossen und jüngeren Rock-Generationen. Das ist kein zufälliges Star-Aufgebot, sondern eine kuratierte Bandbreite, die den Stones erlaubt, zwischen Klassik-Rock und moderneren Texturen zu pendeln.
Besonders auffällig ist die Amy-Winehouse-Interpretation „You Know I’m No Good“. Eine 60 Jahre alte Band covert eine Künstlerin, die eine völlig andere Generation prägte. Das passt zur Logik, nach der Releases heute funktionieren: nicht als geschlossenes Werk, sondern als Netz aus Referenzen und Anschlusspunkten. Wie stark dieser Release-Rhythmus die Musikkultur inzwischen bestimmt, zeigt sich auch daran, wie gezielt die Stones ihre Tracklist gestreut haben. Wer die Musikszene 2026 beobachtet, erkennt das Muster in fast jedem großen Release wieder.
Q&A nach der Show
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Wann erscheint „Foreign Tongues“ und wie viele Songs hat es?
Wie ist Charlie Watts auf dem Album zu hören?
Wer sind die Gäste auf „Foreign Tongues“?
Warum heißt das Album „Foreign Tongues“?
Redaktion IBS Publishing ››
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Bildquelle: Titelbild und Beitragsbilder KI-generiert (Mai 2026)