28 Juli Nico Stojan: Was Bar25 und Ouïe ohne ihn verlieren
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Mit Nico Stojan verliert die Berliner und internationale House-Szene einen Musiker, der Bar25 als Resident mitprägte und das Label Ouïe mitbegründete. Am 26. Juli 2026 gaben nahe Angehörige über den Instagram-Kanal @nico_stojan seinen Tod bekannt. Die Todesursache nannten sie nicht. Dieser Text hält Abstand zu privaten Umständen und spekuliert nicht.
DROP
- ▸ Am 26. Juli 2026 gaben Angehörige über @nico_stojan den Tod von Nico Stojan bekannt. Resident Advisor, GROOVE und Electronic Groove bestätigen Bar25-Residenz und Ouïe-Mitgründung als zentrale öffentliche Stationen.
- ▸ Seit etwa 2008 gehörte Stojan zum engeren Kreis der Bar25-Musikmacher und trug warme, groove-basierte House- und Organic-Sets. Nach der Schließung 2010 spielte er weiter in Panoramabar und Watergate und tourte international.
- ▸ Mit Acid Pauli gründete er Ouïe als musical playground; Call of the Valley (2016) war der erste Label-Release. Diskografisch markieren Twisted Manners (2015), Frisbee (2022) und Vola (2025) seine Handschrift aus Percussion, Melodie und Live-Elementen.
- ▸ Ouïe kann als Katalog und Struktur weiterlaufen, die A&R- und Kuratorenfunktion bleibt an Menschen gebunden. Die Szene fasst Trauer über Statements, GoFundMe und Werk-Listen, während Todesumstände und private Details bewusst offen bleiben.
Belegte Stationen: Bar25, Ouïe, relevante Releases
Nico Stojan gehörte zur Generation, die Berlins Clubkultur nach der ersten Techno-Welle in Richtung warmer, groove-basierter House- und Organic-Sounds öffnete. Bar25 am Spreeufer war zwischen 2003 und 2010 ein soziales und musikalisches Labor mit langen Sets, Outdoor-Feeling und einem Publikum, das zwischen Festival und Nachmittag am Fluss changierte. Die engere Club-Funktion war nur ein Teil davon. Laut einem zeitgenössischen Resident-Advisor-Eventtext zählte Stojan seit 2008 zum engeren Kreis der Bar25-Musikmacher. Resident Advisor, Electronic Groove und GROOVE bezeichnen ihn in ihren Nachrufen vom 26. und 27. Juli 2026 durchgängig als Bar25-Resident. Exakte Start- und Enddaten einer formalen Residenz-Vereinbarung sind öffentlich nicht dokumentiert. [BELEG: nicht auffindbar – präzise Residenz-Monatsangaben oder vollständige Booking-Listen]
Nach der Schließung von Bar25 im September 2010 spielte er laut Electronic Groove und älteren Artist-Profilen weiter in Berliner Locations wie Panoramabar und Watergate und tourte international.
Ouïe entstand im Umfeld dieser Szene als Label und Kollektiv-Idee, eng verbunden mit Acid Pauli und dem Bar25-/Kater-Umfeld. Stojan war dort Mitgründer und Release-Künstler. In einem Interview mit Electronic Groove 2016 beschrieb er die Gründung selbst: Er habe ein eigenes Label gewollt, sei mit Acid Pauli befreundet worden und beide hätten es gemeinsam gestartet – als „musical playground“, unabhängig von fremden Release-Zeitplänen. Resident Advisor, Listed Bookings und die RA-Künstlerbiografie nennen ihn seither durchgängig als Co-Founder von Ouïe neben Acid Pauli.
Diskografisch lassen sich seine Spuren über Solo- und Kollaborationsreleases, Remixes und Label-Outputs nachverfolgen. Typisch sind warme Percussion, melodische Linien, oft live gespielte Elemente und ein Groove, der zwischen Club und Open-Air funktioniert. Belegt unter anderem über Discogs und Label-Kataloge:
- Twisted Manners, Debütalbum auf URSL, 2015, mit dem Track „Blue Hour“ feat. JAW
- Call of the Valley mit Acid Pauli, Ouïe OUïE 001, 2016 – erster Label-Release
- Flying Lizard mit Acid Pauli, Ouïe, 2019
- Cardano EP, Ouïe, 2020
- Frisbee mit Tooker, Crosstown Rebels CRM 268, 2022
- Fling mit David Mayer, Ouïe OUÏE021, 2022
- Vola mit Acid Pauli, Ouïe, 2025
- Frühere Arbeiten im Bar25-Umfeld, etwa Rootsa mit Philip Bader auf dem Bar25-Label, 2011
Electronic Groove nennt zudem Releases und Arbeit auf Crosstown Rebels, Kindisch und dem 2025 mitbegründeten Projekt SONARA Records (mit Tooker, David Mayer und Jay Kurahashi-Sofue).
Welche Rolle er in der Berliner House- und Organic-Schiene spielte
In der Berliner Landschaft stand Stojan für eine Linie, die Techno-Härte und Festival-Eskapismus in lange, organische Sets übersetzte. House meinte hier weniger Chart-House als rhythmische Wärme, Akustik- und Weltmusik-Anleihen und eine DJ-Kultur, die Raum für Live-Instrumente und narrative Bögen ließ. GROOVE fasste das in seinem Nachruf vom 27. Juli 2026 so: Mit seinem in Jazz und Soul verwurzelten House-Sound zählte er zu den einflussreichen DJs der Bar25. Diese Schiene verband Clubnächte mit dem Festival-Kalender und exportierte einen Berliner Sound, den man international oft als „organic“ oder „organic house“ las – ohne dass der Begriff immer sauber definiert war.
Seine Rolle war doppelt: Performer und Kurator. Als Resident und Tour-DJ trug er den Bar25-Sound an Orte außerhalb Berlins. Als Label-Mitgründer filterte er mit, welche Produktionen unter dem Ouïe-Namen sichtbar wurden und wie das Label klanglich und visuell wahrgenommen wurde. Wer die Szene nur über Charts und Streaming-Playlists liest, unterschätzt diese Kuratorenfunktion: Sie formt, welche Ästhetik als Szene gilt und welche Künstler nachziehen.
In der Stadt selbst war er Teil eines Netzwerks aus Clubs, Labels und Open-Air-Formaten, das nach der Schließung von Bar25 in Nachfolgeprojekten und verwandten Locations weiterlebte. Die musikalische DNA blieb erkennbar: lange Sets, organische Texturen, Nähe zu Live-Acts und ein Publikum, das Club und Tageslicht nicht trennt. Stojans Beitrag lag darin, diese DNA auf der Bühne und im Katalog greifbar zu halten.
Label und Kollektiv: was institutionell weiterläuft
Ein Label ist mehr als ein Künstlername. Ouïe existiert als institutionelle Struktur mit Katalog, Vertriebswegen, visueller Identität und einem Netzwerk aus Artists, Agents und Partnern. Mit dem Tod eines Mitgründers stellt sich die Frage, welche Rollen formal und informell besetzt waren und wie Entscheidungen künftig fallen. Ein aktuelles offizielles Statement von Ouïe oder Label-Partnern zu Fortführung, Pause oder Gedenkformaten war zum Redaktionsschluss nicht auffindbar.
Institutionell kann ein Katalog weiterlaufen, ohne dass die künstlerische Handschrift eines Mitgründers ersetzbar ist. Releases, Reissues und digitale Katalogpflege bleiben organisatorisch möglich. Die feinen A&R-Entscheidungen, die persönlichen Studio- und Live-Verbindungen und die Glaubwürdigkeit nach innen und außen hängen an Menschen, nicht an Markennamen. Was Ouïe ohne Stojan klingt und wie das Kollektiv kommuniziert, messen sich an den nächsten konkreten Schritten, nicht an Absichtserklärungen.
Bar25 als physischer Ort existiert in der ursprünglichen Form nicht mehr. Die kulturelle Referenz lebt in Erinnerung, in Nachfolgeorten und in der Selbstbeschreibung einer Generation von DJs und Produzenten. Stojans Residenz dort ist Teil dieser Referenz: ein belegbarer Ankerpunkt, der erklärt, warum sein Name in Nachrufen und Szene-Texten mit diesem Ort verknüpft wird. GROOVE (27. Juli 2026), Resident Advisor (27. Juli 2026) und Electronic Groove (26. Juli 2026) nennen Bar25-Residenz und Ouïe-Mitgründung als die zentralen öffentlichen Stationen.
Wie die Szene Trauer öffentlich und sinnvoll fasst
Öffentliche Trauer in der Club- und DJ-Szene läuft oft über Social Media, kurze Statements, Set-Dedikationen und Gedenk-Events. Sinnvoll ist, was den Verstorbenen als Musiker und Kollegen sichtbar macht, ohne private Umstände auszuschlachten und ohne die Familie oder das engste Umfeld zu übergehen. Fachmedien und Labels können mit belegten Werk-Listen, dokumentierten Stationen und zurückhaltender Sprache Orientierung geben.
Das autorisierte Statement auf dem Instagram-Kanal @nico_stojan vom 26. Juli 2026 formuliert die Trauer der Angehörigen: Nico sei ein außergewöhnlicher Mensch gewesen, liebevoll, warmherzig, humorvoll und voller Mitgefühl. Todesumstände nannten sie nicht. Resident Advisor und Electronic Groove berichten parallel von einer GoFundMe-Kampagne zur Unterstützung der Familie. Dedizierte Gedenk-Nights oder Katalog-Highlights waren zum Zeitpunkt dieser Recherche noch nicht öffentlich angekündigt.
Trauerphrasen ohne Werk-Einordnung helfen dem Publikum wenig. Wer Stojan einordnen will, braucht Kontext: Bar25, Ouïe, die organic-nahe House-Linie, die Doppelrolle aus Performance und Labelarbeit. Dedizierte Nights, Charity-Formate oder Katalog-Highlights können das leisten, wenn sie transparent kommuniziert und mit dem Umfeld abgestimmt sind.
Für die Szene gilt zugleich: Respekt heißt auch, Gerüchte und Spekulation über Todesumstände nicht zu transportieren. Was nicht von autorisierten Quellen kommt, gehört nicht in die Berichterstattung. Die Lücke, die bleibt, ist musikalisch und institutionell beschreibbar. Das Private bleibt privat.
Was biografisch offen bleiben muss
Nicht jede biografische Detailfrage ist öffentlich beantwortbar und muss es auch nicht sein. Geburtsdaten, familiäre Hintergründe, private Beziehungen und die genauen Umstände des Todes sind, soweit nicht von Familie oder autorisierten Stellen freigegeben, auszusparen. Ein Hintergrundtext ersetzt keinen Nachruf der Angehörigen und keine offizielle Biografie.
Offen bleiben darf auch, wie genau Entscheidungswege innerhalb von Ouïe und verwandten Projekten intern liefen. Außenstehende rekonstruieren Rollen oft über Credits und öffentliche Auftritte. Das genügt für eine musikalische und kulturelle Einordnung. Es genügt nicht für spekulative Innenansichten über Konflikte, Anteile oder vermeintliche Absichten.
Was sich belegen lässt, sind Stationen, Releases, Residencies und die öffentliche Wahrnehmung in Fachmedien und Szene-Kommunikation. Was sich nicht belegen lässt, markiert dieser Text bewusst als Lücke. Das schützt die Glaubwürdigkeit des Magazins und den Respekt vor den Betroffenen.
Konsequenz
Für Leserinnen und Leser heißt das: Nico Stojan ist über den Katalog, die Bar25-Geschichte und die Ouïe-Arbeit nachvollziehbar, ohne dass private Details nötig wären. Die Lücke liegt im Sound und in der Kuratierung einer Berliner House- und Organic-Schiene, die international ausstrahlte. Wer weiterhören und einordnen will, greift zu den belegten Releases und zu den kommenden, hoffentlich klar kommunizierten Schritten von Label und Umfeld – statt zu Gerüchten.
Meta-Vorschläge
- Nico Stojan, Bar25-Resident und Ouïe-Mitgründer: Einordnung der Lücke in Sound, Label und Berliner Nachtkultur ohne Spekulation.
- Was Bar25 und Ouïe ohne Nico Stojan verlieren: belegte Stationen, Label-Rolle und wie die Szene Trauer fasst.
- Hintergrund zu Nico Stojan: Residencies, Ouïe und die organic-nahe House-Schiene Berlins, sachlich und quellenbewusst.
Q&A nach der Show
Klick auf eine Frage um die Antwort aufzuklappen.
Läuft Ouïe ohne Nico Stojan als Label weiter?
Wo steige ich in Stojans Werk am besten ein?
Sind exakte Start- und Enddaten der Bar25-Residenz belegt?
Wie kann die Szene Trauer zeigen, ohne private Umstände zu spekulieren?
Redaktion IBS Publishing ››
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Bildquelle: KI-generiert (Juli 2026)